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Samstag, Mai 26, 2007

Jobsuche auf französisch

Ich verabschiede mich innerlich so langsam von ERASMUS, während mein Mitbewohner auf der Jobsuche für den langen Sommer ist.
Offensichtlich verläuft die Suche nicht ganz so unkompliziert wie er das von seiner Heimat England gewohnt ist. Auf die ersten Bewerbungen gab es unerwartet viele Absagen, obwohl wir hier nicht gerade von einem Job-Novizen sprechen. Endlich trudelten dann in den letzten Tagen auch die ersten Zusagen ein. Doch was war das? "Wir würden Sie recht herzlich zu einem Gespräch einladen - Mit freundlichen Grüßen, das kubanische Staatsballett."

"Hups - wo hab ich mich denn da ausversehen mal wieder beworben?" Ballett-Tanzen liegt nämlich weit außerhalb dessen, was ich meinem Mitbewohner so zutrauen würde. Der Termin wird natürlich wahrgenommen, man weiß ja nie welche Karriere einem noch bevor stehen könnte.
Heute dann, kam wieder ein Anruf: "16 Uhr Vorstellungsgespräch - Einverstanden." Doch gleich nachdem der Hörer in die "Gabel" gefallen war (auch wenn wir hier von einem modernen Telefon von "Lobicom" sprechen), kam meinem Mitbewohner die Erkenntnis: Es ist ja schon 15.04 Uhr! Und ich brauche noch einen neuen Anzug!

Nun war Eile geboten. Eine Schnelldurchsuchung des Kleiderschranks ergab, dass für das Vorstellungsgespräch in der nahegelegenen Cocktailbar tatsächlich ein neuer Anzug - zumindest Hose, Hemd und vielleicht sogar Schuhe nötig waren. Um 15.15 Uhr verließen wir also das Haus auf dem Weg zu "Zara" um die Ecke. Ich habe noch nie in meinem Leben so schnell Klamotten eingekauft. Eine Hose in der richtigen Größe war nach dem zweiten Fehlversuch relativ schnell gefunden, das Hemd wurde auf dem Spurt zur Kasse eingesackt. Problem Schuhe: Entweder noch schnell welche finden oder Super-Kleber um die Ecke kaufen. Ein kurzer Blick auf die Uhr erklärt nüchtern: Weder noch.

Nagut, zuhause stellen wir fest, dass die Schuhe das noch einmal mitmachen. Problem aber: Das Hemd ist natürlich viel zu groß. Noch 11 Minuten bis zum Vorstellungsgespräch. Während ich noch schnell ein anderes Hemd bügele, steht mein Mitbewohner mit der Haarwichse vor dem Spiegel. Und tatsächlich: Um fünf Minuten vor Torschluss ist er mit neuer Hose, unvorhergesehenem Hemd, ohne Krawatte und mit den alten Schuhen auf dem Weg zum Bewerbungsgespräch. Na dann viel Erfolg!

Foto: Dunkle Wolken über dem Tour Montparnasse. Minuten später versinkt Paris in einem gigantischen Gewitter.

Mittwoch, Mai 09, 2007

Jean Reno wartet auf Mitfahrgelegenheit

Auf dem Boulevard Raspail ist mir letztens Jean Reno begegnet. Ich war gerade auf dem Weg nach Hause von einem kleinen Ausflug ins Kino. Vor einem Büro-Gebäude auf jenem Boulevard stand er da ganz alleine und wartete offensichtlich auf eine Mitfahrgelegenheit. Als ich an ihm vorbei lief schauten wir uns - da sonst niemand da war - für einen Augenblick an. Eigentlich wäre es natürlich an mir gewesen ihn zu grüßen - aber nein - Höflichkeitsformel gerade mal wieder verschlafen und dann wars auch schon zu spät.
Er wird's nicht so schwer genommen haben. Dürfte ihm in letzter Zeit auch öfters passieren, immerhin war der neue französische Präsident Sarkozy letztens gerade sein Trauzeuge und auch sonst gibt er sich politisch derzeit ganz als Rechts-Konservativer. Er wird also schon ein paar Fans vergrault haben... Aber meine Güte! Dieser Mann hat in "Leon der Profi" mitgespielt! Alles was sich an seinem Äußeren seither geändert hat, ist offenbar seine Brille.

Jean Reno habe ich im siebten Arrondissement von Paris getroffen, einem ziemlich schicken Viertel mit Botschaften, Regierungsgebäuden wie dem Hotel Matignon und natürlich: Bon Marché, dem vielleicht edelsten Pariser Kaufhaus. Im einzigen kleinen Kino des Viertels, einem alten japanischen Tanzpalast "La Pagode" in der Rue Babylon hatte ich mich gerade zu einem französischen Filmnachmittag mit meiner Hochschulgruppe getroffen.
Anschließend beschloss ich das schöne Wetter für eine kleine Fotosafari durch die Gegend zu nutzen.

Bon Marché ist das Kaufhaus der reichen Damen von Paris. Mineralwasser für 35 Euro die Flasche (Marke: "Bling") gibts hier zu kaufen und natürlich alles was die modebewusste Pelz- und Hut-bekleidete Ministergattin wünscht. Ein Freund und Schuhverkäufer in selbigem Kaufhaus berichtete vor wenigen Wochen, dass auch Lionel Jospin, der "anders-erfolgreiche" Sozialist gelegentlich vorbeischaut - ganz ohne Bodyguards - bei Bon Marché ist man unter sich.

Direkt neben dem siebten Arrondissement liegt das sechste. Da wohne ich und da ist es schon ein klein bisschen weniger Chique. Derzeit haben wir ein Jazz-Festival im Viertel. Das knüpft an die Jazz- und Intelektuellen-Vergangenheit des sechsten, rund um den Boulevard St Germain an. Dieser Boulevard ist inzwischen alles andere als intellektuell und ebenfalls eher für gut betuchte Pariser Shopper ein Revier. Edmund White schreibt in seinem Buch über Paris zum Beispiel, es wäre ein bisschen so, "als hätte sich ein Beatnik-Balg im Erwachsenenalter zu einer eleganten und reichlich geistlosen Matrone entwickelt".

Weniger elegant ist, was passiert, als ich mich an die nächste Bushaltestelle setze und warte bis der Bus nach Hause kommt: Neben mir schläft ein Clochard den Schlaf der Gerechten, sein Alkoholvorat steht direkt daneben.
Ich schaue über die Straße, als ein kleiner, krummer Zwerg auf mich zugehumpelt kommt. Während um ihn herum der Verkehr braust hat dieser Zwerg ganz offensichtlich meine Bushaltestelle mit starrem Blick fixiert. Ganz langsam kommt er voran, steht schließlich direkt vor mir und dreht sich dann ohne ein Wort zu dem anderen Penner hin. Bückt sich, nimmt den Alkoholvorat des anderen an sich und humpelt wieder davon. Ich bin perplex. Da bestehlen sich die Penner gegenseitig ohne das leiseste Schamgefühl - offensichtlich vollkommen unbeeindruckt davon, dass ich daneben sitze und alles mit ansehe. Nun gut - ich muss zugeben, ich hab dann auch nix gesagt. Ich hab lieber mal ein Foto davon geschossen. Verkommene Menschheit!

Foto: Café Bourbon, direkt gegenüber der Assemblée Nationale im siebten Arrondissement. Schick und teuer und schlechter Service.

>> zum Fotoalbum mit: Sonnenbaden gegenüber dem siebten, Jazz und Penner im sechsten, teures im Bon Marché sowie das Kino "La Pagode" in einem alten japanischen Tanzpalast.

Montag, April 23, 2007

Essen im Exil (3)

Heute: Geschnittene Spaghetti mit Ei.

Der Autor ist von einer anstrengenden internationalen Flugreise heimgekehrt. Auf dem Weg von der Metrostation zum Appartment kommt er an einer ganzen Reihe gut riechender französischer Lokale vorbei, die aufgrund des guten Wetters auch draußen bedienen. Und so steigt der Duft von Meeresfrüchten und saftigen Steaks direkt in seine Nase und weckt: Hunger.

Die Küche ist leider nicht so gut auf die Heimkehr vorbereitet, niemand hat übers Wochenende frisches Gemüse eingekauft und für überbackene Nudeln fehlen die Nudeln und der Backofen. Vorhanden: Spaghetti, Käse, Eier, H-Milch und Öl. Mal wieder Zeit für eine kurzentschlossene Improvisation.

Die Spaghetti werden gekocht und mit einem Stück Butter "verfeinert", die restlichen Zutaten werden in einer Pfanne "verquirlt" und fangen nach kurzer Kochzeit bereits an zu "brocken".

Ordentlich Salz, Pfeffer und "Herbs de la Provence" ran und dann alles in eine gemeinsame Schale "gegeben". Feststellung: Die Brocken und die Spaghetti mögen sich nicht vermischen, bleiben in ihren jeweiligen Ecken. Die Lösung: Heute gibt es Spaghetti "coupé", nörgelnde Italien-Kenner können mich mal. Fürs Foto noch ein verirrtes Salatblatt hinzu und fertig ist die Laube.

Guten Appetit.

Foto: Geschnittene Spaghetti mit Ei. Als Getränk eignet sich hervorragend ein Glas Wasser.

Donnerstag, März 08, 2007

Sonnenbrillen und Fliegerinnen


Dirk hat eingeladen - sturmfreie Bude und "Eier mit Mayo". Dirk wohnt zusammen mit einem rustikalen Franzosen, der in einer Ente Touristen durch Paris fährt. Ansonsten studiert er Deutsch und ist Fan von Rugby, Feldhockey und der DDR. Die Wohnung ist entsprechend ausgestaltet: Wimpel der DDR-Rugby-Mannschaft (ich wusste nicht, dass es das gab) und Hockeystöcke. Dazwischen Dirks modische Accessoires. Unter anderem: Zweihundert-Pfund Sonnenbrillen, die sich auf einigen Fotos ganz wunderbar machen...

Am überaus prunkvollen Eingang unseres Hauses in der Rue de Rennes ist eine Gedenktafel angebracht: Im selben Haus wohnte in den 30er Jahren Hélène Boucher "Aviatrice Francaise". Da ich selbst süchtig nach allem bin, was mit Fliegen und Flugzeugen zu tun hat, habe ich mich natürlich mal ein bisschen informiert.
In unserem Haus wohnte in den 30er Jahren nicht nur "eine" französische Pilotin, Madame Boucher war bekannt als "die schnellste Frau der Welt".
Angefangen hatte sie sehr feminin mit der Anfertigung von Fliegermützen. 1931 wurde sie erste weibliche Flugschülerin ihres Aeroclub de Landes in Mont-de-Marsan und begann ihre kurze, aber steile Karriere.
Im Jahr ihres Todes 1934 stellte sie mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 485 Stundenkilometern auf 100 Kilometern einen Rekord auf und bemerkte beim Aussteigen aus ihrer Maschine "das geht besser". Auf ihrem Schrank im Wohnzimmer standen außerdem acht weitere Trophäen für verschiedene Weltrekorde. Unter anderem für den Höhenrekord der "Frauen in leichten Flugzeugen" von 5200 Metern.
Über ihrem Flugplatz in Versailles verunglückte sie schließlich bei einem Übungsflug tödlich. Doch als Kunstfliegerin hatte sie einigen Ruhm gesammelt und so wurde die Frau der Rekorde schließlich auch noch die erste Frau, die im Pariser Invalidendom aufgebahrt wurde. Postmortem schlug man sie zum Ritter der französischen Ehrenlegion und vermietete ihre alte Wohnung an zwei ausländische Studenten - und das zu einem überaus fairen Preis.

Foto (unten): Gedenktafel an unserem Hauseingang.

Dienstag, Januar 09, 2007

"La politique des petits pas"


Heute war der erste Tag an der Uni im neuen Jahr. Als vorbildlicher Musterschüler habe ich mich gleich nach dem Aufstehen, so etwa um elf, auf den Weg gemacht. Und bin auch bis die Bibliothek geschlossen hat geblieben.
Hintergrund ist, dass am Donnerstag eine Prüfung in Entwicklungsökonomie ansteht und der gute alte Professor in Mainz uns vor etwa einem halben Jahr noch einbläute "Ich will nicht, dass jemand von meiner Uni da hingeht und keine Ahnung von Tuten und Blasen hat!"
Außerdem hatte ich für den ersten Uni-Tag eine kleine Hausaufgabe zu erledigen gehabt, die darin bestand, Material für unsere Stunde über die deutsche Ratspräsidentschaft in der EU zu sammeln. Im Zuge dessen hatte ich zwei Artikel herausgesucht - einen aus dem "Nouvel Observateur" und einen aus "Le Monde", in denen lustigerweise auch ein paar (zum Teil falsch geschriebene) deutsche Worte vorkamen. Mein Professor sah sich in der Stunde dann genötigt, Ausdrücke wie "Politik der kleinen Schritte", "Jürgen Klinsmann" und "Mannschaft" auszusprechen (alles mit netten s- ch- und sch- Lauten...).
Abends nach der Uni habe ich meinen Mitbewohner vom RER-Bahnhof abgeholt, wo er mit drei großen Tüten vom IKEA ankam, um unsere neue Wohnung fertig einzurichten. Auf dem Weg zur Sperre klingelte sein Handy. Als er wieder aufgelegt hatte, verkündete er mir freudestrahlend, dass Morgen in Paris der Schlussverkauf beginne. Als er mir erklärte, er werde seinen letzten Ferientag und einen erheblichen Anteil seines Geldes genau darauf verwenden, mit Daryl durch die Stadt zu ziehen, während ich in der Unibibliothek brüte, kam ich mir doch recht verheiratet vor.
Später am Abend holte Lee dann noch eine CD aus einer seiner zahlreichen Einkaufstaschen und präsentierte mir stolz: "The Russian boys from Châtelet". Die (schon etwas älteren) Jungs trifft man regelmäßig in der größten Pariser Metro Station, wo sie mit einem regelrechten Orchester Liedgut aus den Tiefen der sibirischen Steppe zum Besten geben und ihre CDs verkaufen. Jetzt haben wir die angenehme Atmosphäre dieser Metro-Station auch bei uns zuhause. Ich würde sagen, der Haushalt ist komplett.

Foto: Außen hui und innen pfui? Von wegen, mit russischer Steppenmusik und neuen Vorhängen von Ikea lässt es sich auch drinnen wunderbar aushalten.

Mittwoch, Januar 03, 2007

Frohes neues Jahr!


Silvester in Paris - davor wird gern gewarnt. Bereits mittags am letzten Tag des Jahres ist die Stadt irgendwie leer. Pariser nutzen dieser Tage gern die Gelegenheit aufs Land zu fahren und dort zu feiern, denn was auf die Stadt in dieser Nacht hereinbrechen könnte - das ist jedes Jahr eine gute Frage. Die anderen konzentrieren sich auf private Partys und vermeiden es am späten Abend auf die Straße zu gehen, denn, so warnt man uns, die Banlieuesards kommen in die Stadt.

Tatsächlich ist etwa gegen sechs Uhr das Publikum auf den Straßen wie ausgetauscht. Jugendliche im Gangster-Ghetto-Look ziehen vermehrt durch die Straßen. Um fünf hat die RATP - die Metro-Betreibergesellschaft einen strategischen Rückzug angetreten. Metrofahren ist ab sofort für die Nacht kostenlos, sämtliche Ticket- und Infoschalter in den Metrobahnhöfen sind verwaist, alle Sperren offen.

Ich bin seit dem 30. wieder in der Stadt und verbringe den Jahreswechsel zusammen mit zwei Besuchern von der heimatlichen Uni und Lee bei einem befreundeten Pärchen, das eine große Terasse und ausreichend Champagner aufbieten kann.
Der Alkohol fließt in Strömen und im Beisein einer halben schwulen Volleyballmannschaft wird die Party zum Exzess. Tatsächlich kann ich mich aber noch daran erinnern, dass der Pariser Himmel um Mitternacht tatsächlich vollkommen schwarz bleibt, von einem offiziellen Feuerwerk ist auch nicht viel zu sehen. Schwer angeschlagen machen wir uns mit der ersten Metro auf den Heimweg und registrieren nur leicht verwischt, dass einige Metrostationen gelitten haben in dieser Nacht. Schwerere Unruhen blieben aber aus, nur aus Strasbourg hört man wieder von brennenden Autos.

Die restliche Nacht soll meine letzte Nacht in Creteil sein. Zu viert übernachten wir in dem Zimmer, dass ich in den letzten Monaten nicht mehr oft gesehen habe. Zum 15. Januar möchte ich es aufgeben zugunsten einer neuen Wohnung im sechsten Arrondissement, die ich an diesem ersten Januar zum ersten Mal sehe.

Aber mein Mitbewohner hat eine gute Wahl getroffen. Hinter einem herrschaftlichen Eingang, gerade um die Ecke von Gare Montparnasse, warten zwar sieben Treppen, doch ein herrlicher Ausblick von gleich zwei Balkonen ist mehr als ein Ausgleich dafür.
Das neue Zimmer ist eine Mansarden-Wohnung, fertig eingerichtet mit allen Annehmlichkeiten, inklusive Internet. Geschlafen wird auf einem Klappbett, dass tagsüber als Sofa dient, aber diese Einschränkung ist in Pariser Wohnungen durchaus üblich, zumal in so zentraler Lage.

Anstrengend ist der Umzug über die sieben Stockwerke. Zudem muss das Gepäck an verschiedenen Orten in Paris aufgesammelt werden, wo es über Weihnachten untergestellt war. Meine quasi dritte Wohnung (obwohl mein Name nie auf dem Briefkasten im 15. Arrondissement stand) in diesem ERASMUS-Jahr ist hoffentlich auch meine Letzte.

Foto: Mein Besuch auf einem unserer Balkone in der neuen Wohnung in der Rue de Rennes, im 6. Arrondissement. Es hätte sehr viel schlechter kommen können, wie dieser Artikel im Spiegel beweist: > zum Artikel
Außerdem gibts heute einen kleinen Film, den wir gestern beim Eislaufen auf der Eisbahn vor dem Hotel de Ville aufgenommen haben.

Samstag, Dezember 30, 2006

Keine weiteren Einzelheiten


Klassisch mit der Eisenbahn geht es wieder nach Paris, zum Jahreswechsel. Der Gare de l'Est, wo Reisen nach und von Paris für mich immer ihren End- oder Ausgangspunkt haben, ist eine Station wie aus dem Krimi "Mord im Orient Express". Ein wunderschöner, leicht verschlafener Bahnhof in dem man sich Abschiedsszenen einfach romantischer vorstellt. Ein Pfiff, der Zug setzt sich in Bewegung, doch der Winkemann mit dem weißen Taschentuch rennt noch ein ganzes Stück neben dem Waggon her. Dann muss er aufgeben und trottet traurig mit einer kleinen Träne im Auge in die Halle zurück. Und während er den Prellbock des Gleises passiert, auf dem seine Liebste entschwunden ist, kann man in der Ferne noch immer die roten Zuglaternen sehen.

Nach einem erholsamen und "revitalisierenden" Weihnachtsfest (5 Kilo Gewichtsverlust galten wettgemacht zu werden) komme ich zurück nach Paris. Im Gepäck mein neues kleines Notizbuch, in das ich in Zukunft direkt vor Ort und noch während es passiert detaillierte Skizzen und Notizen für meinen Blog eintragen kann. Klein, stabil gebunden und klassisch in schwarzer Leder-Optik soll es im neuen Jahr mein ständiger Begleiter werden.
Weitere Vorsätze legen mir die Freunde in der Heimat nahe: Mehr schmutzige Details, schlüpfrige Geschichten und generell schonungslosere Berichterstattung wünscht sich der lüsterne Mob. Doch halt! Hier lutsche ich beschämt am Daumen, alles will man ja doch nicht wissen. Zwischen den Zeilen lesen ist weiterhin erlaubt.
Auch dabei, bei meiner Rückkehr nach Paris sind zwei Freunde aus der Heimat, mit denen ich (wo auch immer) Silvester verbringen werde. Daryl und Joel haben in ihre Wohnung mit Terasse geladen, doch organisiert ist noch nichts so recht. Wer kommt alles? Wer ist überhaupt in der Stadt?
Damit wird aber zumindest schon mal die eine Nacht von diesem auf das nächste Jahr Unterbringungs-technisch kein Problem darstellen. Die Nacht zuvor verbringe ich ein letztes Mal in Creteil, am ersten Januar ist der feierliche Einzug in die neue Residenz an der Rue de Rennes im Sechsten geplant.

Grafik: Vorarbeiten in Richtung Zentrum. Die ersten zwei Monate wohnte ich in Punkt 1, Creteil, danach ging es in die wunderschöne Wohnung an der Rue de Vaugirard und schließlich geht es ins Sechste - Rue de Rennes.

Freitag, Dezember 22, 2006

Der Letzte macht das Licht aus


Während es fast unmöglich ist, an einem 20. Dezember durch das weihnachtliche Getriebe in der Metro ein gläsernes Weihnachtsgeschenk heil nach Hause zu bringen, ist es durchaus möglich in Paris an einem Tag eine neue Wohnug zu finden.
So geschehen für Lee James, der seine alte Wohnung zum 22. Dezember verlassen musste und somit am 20. Dezember, morgens, mit der Suche nach einer Ersatzwohnung begonnen hatte.
Und folglich muss es auch möglich sein, in einem weiteren Tag die alte Wohnung aufzugeben, auszuziehen, zu reinigen und für die neue zumindest schon mal die Kaution zu bezahlen und den Vertrag zu unterzeichnen. Und all das - wie erwähnt - an einem Tag im Dezember mit der Heimreise am nächten Tag vor dem inneren Auge.

Entsprechend früh sind wir den 21. Dezember angegangen. Während mein letzter Uni-Kurs für dieses Jahr meine erste Klausur im neuen Jahr zum Thema hatte, wickelte Lee die letzten Putzaktionen und anschließend den "Etat de Lieu" - die Bestandsaufnahme mit der Vermieterin ab. Die Vermieterin, also die amerikanische Universität in Paris, war damit auch offensichtlich zufrieden und händigte folgerichtig die 300 Euro Kaution für die alte Wohnung aus.
Am Mittag stoße ich zur Projektgruppe "neue Wohnung" hinzu. Zusammen mit dem anderen Geld für die neue Kaution (diese wird teurer sein als die alte) war Lee inzwischen bei der Bank und hat eine Einzahlung auf sein Konto getätigt, um sich für den gleichen Betrag einen vordatierten Scheck für die neue Kaution ausstellen zu lassen.
Leider war der letzte der beiden obligatorischen Schritte nicht möglich, da Schecks nur an derjenigen Filiale der Bank ausgestellt werden können, an der das Konto eröffnet wurde.
Eine Stunde Metro.
In derjenigen Filiale, in der das Konto eröffnet wurde kann man den Scheck leider auch nicht ausstellen. Die Einzahlung sei zwar verbucht "jaja", doch das Geld sei bis in etwa einer Woche noch "indisponible".
Wieder eine Stunde Metro plus telefonischer Verhandlungen mit dem neuen Vermieter. Es wird spät.
Schließlich sind wir wieder in unserem Viertel, wollen das Geld nun bar an den Vermieter geben und dazu das am Mittag eingezahlte Geld wieder abheben. Die Bankangestellte empfängt uns: "Sie waren doch heute Morgen schon mal da - wir sind hier schon genug im Stress!" Wir fordern unsere Einzahlung zurück. Einige Telefonate später ist klar: Da die andere Filiale, an der das Konto eingerichtet wurde, bereits seit fünf Uhr geschlossen ist, kann von diesem Konto keine Auszahlung vorgenommen werden - am Automaten leider auch nicht, da das drei-Tages-Limit von 500 Euro bereits fast erreicht ist.

Das Gefühl kommt auf, dass der Tag wirklich lang ist. Am Abend bringen wir unser Gepäck aus unserer alten Wohnung bei einem Freund unter. Weitere Telefonate mit dem Vermieter. Leichte Verzweiflung, dann die Gewissheit, der Vermieter gibt uns am nächsten Tag noch eine Chance.

Und so wird auch der 22. Dezember für Lee James zu einem langen Tag: Geld auftreiben, Vertrag unterschreiben, eigenes Gepäck packen, zum Flughafen fahren, erfahren dass London im Nebel versinkt und Flüge ausfallen oder verspätet sind. Währenddessen sitze ich um kurz vor neun in meinem Zug - auf dem Weg nach Hause, Weihnachten, Fest des Friedens.

Foto: Ein weiteres Bild aus meiner "Marais-Serie".

Sonntag, Dezember 10, 2006

Le roi est mort


Am Donnerstag Abend haben Lee und ich zu einem jener "mondain" Diners geladen, fuer die die charmanten Franzosen so bekannt sein sollen. Zumindest habe ich gelesen, dass sie dafuer bekannt sind, die meisten "mondain" Diners, denen ich in Paris bisher beiwohnte waren allerdings von Ausländern verschiedener "couleur" verrichtet worden. Mit Ausnahme einer gewissen Anzahl Franzosen, die übrigens alle Nicolas hießen, was auch Zufall sein könnte.

Wie das so üblich ist bei solchen Diners, ist das besondere Augenmerk auch bei unserer Abendveranstaltung weniger auf das gute französische Essen (Pizza, Flammkuchen, Chips und Champagner), als vielmehr auf die anregende Mischung von Gästen gelegt. Kurzum, fast jeder, den ich in Paris inzwischen kenne war da.

Zuvor hatte Lee schon den ganzen Tag sauber gemacht und sogar Teelichter für die richtige Atmosphäre eingekauft. Er hatte Möbel arrangiert und den Salat garniert, während ich mich nach meiner Ankunft von der Uni um die Tiefkühlkost von um-die-Ecke gekümmert hatte.

Nachdem der Auftakt zum Wochenende schon so gut gelaufen war, verbrachten wir die folgenden Tage in Cafés und im Louvre, schließlich trafen wir uns zum zweiten Advent zu einem sehr deutschen Abendessen mit Braten, Rotkraut und Knödeln. Deutschtümeln macht ja soviel Spaß.

Der Freitagabend im Louvre (für Studenten und generell jeden unter 25 Jahren ist der Eintritt ab sechs Uhr frei), in Begleitung von Aurelie und Florian, war eigentlich vor allem der Kunst des 19. Jahrhunderts gewidmet. Man muss sich ja immer irgendwas heraussuchen, der ganze Louvre ist verdammt groß und das Jahr in Paris wird wohl gerade ausreichen, um von allem mal etwas gesehen zu haben.
Bei soviel Prunk und in Anbetracht dessen, dass der Louvre ja garnicht mal das einzige Schloss in der Gegend ist, stellte sich mir allerdings auch die Frage wohin es eigentlich all die Bourbonen - also die ehemalige Königsfamilie - verschlagen hat. Der Louvre wurde nach der Revolution 1789 zum Museum umgebaut (eher erstmal verwüstet und dann wieder hergerichtet) und Napoleon, in seiner ganzen Bescheidenheit, bewohnte später nur einige Apartements im nördlichen Flügel des Gebäudes.
Doch wo wohnt der, der heute König wär?
Nach etwas Recherche fand ich heraus, dass man tatsächlich in der Rue Rivoli Nummer 35 in ein Straßencafé stolpern kann, in dem in einer Ecke ein Foto von ihm hängt: Vom König von Frankreich, Ludwig XX, heute 32 Jahre jung.
Des weiteren erfuhr ich, dass der junge Mann heute Spanier ist und mit vollem Titel Monseigneur le Prince Louis, duc d'Anjou et de Bourbon, Chef des Hauses Bourbon heißt. Sein älterer Bruder starb bei einem Autounfall und sein Vater wurde Opfer eines grausigen Skiunfalls, der, so behaupten treue Royalisten, von den Konkurrenten aus dem Hause Orléans, mit einem über die Piste gespannten Draht mehr als nur "billigend in Kauf genommen" wurde.

Schließlich habe ich auf Wikipedia auch ein Foto des jungen Möchtegern-Monarchen gefunden, der übrigens aus dem selben Geschlechte stammen soll (nicht nur wie die vielen Louis aber auch) wie die heilige Anna, die Könige von Troja, Chlodwig (wer kennt ihn nicht?), die Kapetinger und - man lese und staune: Jesus. Na dann. Es lebe der "König".

Foto: Ich, keinem königlichen Geschlecht zugehörig, aber mit weißem Kragen zur Feier des Tages.

Donnerstag, November 30, 2006

Neue Adresse gefaellig?

Mal wieder ein kleines Filmchen aus einem wohl vertrauten Viertel im Pariser Suedwesten. Das 15. Arrondissement mit amerikanisch-franzoesischer Musik unterlegt...


Mittwoch, November 15, 2006

Man wundert sich...


Franzosen sind ein Volk mit gewissen sprichwörtlichen Eigenschaften - wie zum Beispiel dem legèren Umgang mit der Liebe und allem Körperlichen, was damit zusammen hängt. Dennoch würde ich mein jüngstes Erlebnis zu diesem Thema als höchst fremdartig einstufen.
Im Foyer meines Wohnheims lernte ich einen mittelalten Herren mit Halbglatze kennen, der schon seit fast zwei Jahren hier wohnt und in Paris arbeitet. Da ich Deutscher bin, bat er mich, ihn für einige Übersetzungen in sein Zimmer zu begleiten. Ich willigte ein.
Der Mann machte einen vollkommen harmlosen Eindruck auf mich und wahrscheinlich ist er es auch. Ich fragte ihn auf dem Weg, was es mit der Übersetzung auf sich hätte - ob es etwa für den Beruf sei oder ob er dabei wäre die deutsche Sprache zu lernen. Er winkte ab und erklärte, es sei nur eine kleine private Angelegenheit.
Wir erreichten sein kleines Einzelzimmer und beim Aufschließen entschuldigte er sich beiläufig für die Unordnung in seinem Zimmer. Er ging voran.
Beim Eintreten fiel mir sofort ein Plakat auf, das zwischen einem Stapel Bücher steckte. Eine nackte Frau spreizte da die Beine, aber höflich tat ich so als hätte ich das übersehen. Über einen Haufen von Pornoheftchen breitete mein Gastgeber verlegen seine Jacke aus und grinste verlegen. Ich war zwar leicht amüsiert, ließ mir aber weiterhin nichts anmerken. Doch die Szene wurde zunehmend absurd. Was er mir nämlich jetzt zum übersetzen reichte, waren die Klappentexte einiger deutscher Pornovideos, die er aus einem Regal holte. Er hatte mehrere Schränke voll davon.
Darf man jetzt lachen? Aber der Mann meinte das offensichtlich vollkommen ernst, begann gleich zu versuchen den Text vorzulesen. Er fing an systematisch zu fragen was die einzelnen Worte bedeuteten. "frech und geil" - "insolent et libidineux" oder "juste 18" übersetzte ich folgsam.
Während ich innerlich von der Absurdität der Situation vollkommen fasziniert war übersetzten wir doch absolut konzentriert einen Klappentext nach dem anderen. Es war ihm offensichtlich ein vitales Interesse. So überlegten wir eine Weile welche sinngemäße Übersetzung die lustigen Texte am genauesten wiedergaben - etwa, ob man "Erregung" eher als "excitation" oder "stimulation" übersetzen könnte.
Nach getaner Arbeit entließ er mich mit einem verlegenen Grinsen und bedankte sich für meine Zeit. Ich verabschiedete mich und war froh, dass ich ihm nicht auch noch die Filme selbst hatte dolmetschen sollen.

Foto: Hier denkt der Autor wieder: "tztz diese Franzosen."

Montag, Oktober 16, 2006

Pause beendet


Da bin ich wieder, nach einer wohlverdienten Auszeit von einer Woche. Nicht dass ich etwa nichtstuend unter einer Pariser Seine-Brücke versackt wäre - nein ganz im Gegenteil: Ich hatte viel zu tun.
Ja das mag unwahrscheinlich klingen, aber meine Eltern haben mich mit einem Besuch beehrt - eine sehr erfreuliche Sache einerseits - aber eben auch Kräfte zehrend und Zeit in Anspruch nehmend.

Wie das mit meinen Eltern in Paris immer so ist, waren wir viel zu Fuß unterwegs. Zwei Tage lang "flanieren" - entlang der Rue St. Honoré mit ihren teuren Geschäften, aber auch im Quartier Latin - dem Viertel der Sorbonne und anderer Pariser Universitäten.

Ich habe die letzten Tage auch verdammt gut gegessen. Jeden Abend in ein anderes Restaurant oder zu Bekannten - nie jedenfalls unter drei Gängen. Muscheln, Dorade, Confit de Canard und so weiter und so fort...

Bei einer solchen Gelegenheit sind wir auch meine finanzielle Situation durchgegangen und haben festgestellt - abzüglich meiner obligatorischen Ausgaben wie Miete, Essen und Metro bleiben mir am Tag derzeit exakt ein Euro. Das soll sich jetzt bessern...

Auch gebessert hat sich der Inhalt meines Kühlschranks. Ein Care-Paket mit 35 Maultaschen war im Gepäck meiner Eltern und stellt meine Ernährung bis zu dessen Ablaufdatum Ende des Monats sicher.

Nun bin ich wieder allein und freue mich auf das nächste mal richtig guten Essens an Weihnachten. Aber bis dahin geht es in Paris natürlich eifrig weiter. Die nächste längere Blog-Auszeit kündigt sich bereits für den 9. November an - wenn ich nämlich mit Arnaud nach Warschau fliege um einen Kommilitonen in seinem osteuropäischen ERASMUS-Abenteuer zu besuchen.

Foto: Flüge buchen besser immer zu zweit. Denn wenn man es mal anderen überlässt könnte der Flug plötzlich ungeahnt teuer werden... nicht wahr, Arnaud?

Dienstag, Oktober 10, 2006

Billig leben in Paris (3) - Wohnraumbeschaffung


Der Wohnungsmarkt in Paris im Allgemeinen, aber für Ausländer im Besonderen gilt als durchaus schwierig. Auch wenn ich inzwischen ein paar Leute kennen gelernt habe, die erzählen, innerhalb von drei Tagen gleich drei Wohnungen zur Auswahl gehabt zu haben.

Trotzdem (quand même) sind die Mieten hoch und für viele Studenten sind 500 bis 600 Euro im Monat für gerade mal zehn Quadratmeter mehr als unangenehm. Aber ähnlich wie mit dem Essen bei Ausländern und den teuren Partys mit Einladungen gibt es immer ein paar Tricks und Kniffe, die einem das Leben leichter machen können - wenn man es denn schon vorher gewusst hätte.

Gestern war ich mit Christian im Goethe-Institut, gerade gegenüber dem Jardin Luxembourg. Das Institut ist quasi ein öffentliches Wohnzimmer für Deutsche in dieser Stadt. Man kann kommen und gehen wie man will, setzt sich auf die Sofas und liest beispielsweise deutsche Zeitungen.

Aber es gibt auch einige Ordner mit Stellenangeboten und sonstigen Gesuchen - und genau das ist der Trick für die kostenlose (!) Wohnung in bester Lage. Es gibt nämlich eine Menge junger deutscher Familien, die gerade kürzlich erst nach Paris gezogen sind. Die Kinder gehen auf die deutsche Schule und die Eltern haben reichlich Geld. Und sie haben eine separate Dachwohnung, die sie einem Kindermädchen - oder einem Kindermännchen - gegen die Erbringung begrenzter Kinderbetreuungsdienste gerne "kostenfrei" überlassen.
Die Anzeigen dieser jungen Familien finden sich in den Ordnern des Goethe-Instituts gleich zu mehreren, und der sympathische Jungstudent sollte durchaus den Versuch wagen, bei diesen Leuten vorstellig zu werden.

Auch sonst gibt es übrigens einige durchaus nette Stellenangebote für deutsche Muttersprachler in diesen Ordnern zu finden.

Christian und ich allerdings wurden jäh in der Lektüre gestört als sich eine ältere, schon länger exilierte Deutsche uns gegenüber nieder lies und eine Diskussion darüber anfing, wer wohl die russische Journalistin Politkowskaja erschossen habe (Putin? Die Mafia? Ist Putin eigentlich überhaupt so böse?). Das Streitgespräch (des öfteren von der Verwalterin mit der Mahnung zur Ruhe unterbrochen) mäandrierte schließlich zu der eigentlich obsoleten Frage, ob das DDR-Regime tatsächlich krimineller war, als es das System der "BRD" heute ist.

Gottseidank platzte dann ein dritter Herr in die Runde hinein und mit dem mussten wir ganz schnell einen Trinken gehen.

Fotos: 40 Jahre Benetton - ein Grund zum Feiern für die besseren Kreise der Stadt und Modezaren aus aller Welt. Das Centre Pompidou diente als Kulisse für das Défilé mit den bunten Klamotten. Der Normalbürger musste natürlich draußen bleiben - und wurde wohlwollend via Leinwand vom Geschehen im Gebäude unterrichtet.

Sonntag, Oktober 08, 2006

Essen im Exil (2)


Aus gegebenem Anlass gibt es heute eine neue Folge von: Essen im Exil - "the worst case scenario".
Die Ausgangssituation ist denkbar einfach: Die Nacht war um sieben Uhr zuende, aber auf dem Heimweg von der Metro hat man es leider verschwitzt bei der Boulangerie um etwas frisches Baguette zu bitten. Geschlafen bis um halb drei, hat man dann auch keine Lust mehr an einem Sonntag nach frischem Baguette zu suchen. (oder das frische Baguette des Mitbewohners anzubrechen, der leider nicht da ist und den man deshalb nicht freundlich fragen kann.)

Es bleiben: Eine Dose Bohnen, Zwiebeln, Öl (der treue Begleiter) und eine Mumie von Baguette von vor Tagen im Kühlschrank.

Der Topf wird erst gespühlt und dann auf der Elektro-Kochplatte erhitzt. Die Zwiebel wird in Olivenöl ange - wie sagt man? -dünstet? Dazu kommt die Dose Bohnen aus dem Lidl sowie zur Würzung Salz und Pfeffer. Aber niemand ernährt sich gerne von einer Gemüsebeilage allein. Also stellt sich die Frage: Wie bekommt man das harte, trockene, bröselige Baguette wieder flott?

Die Antwort geben Mister Olivenöl, eine Zehe Knoblauch, ordentlich Pfeffer und Kräuter der Provence. Man braucht sich an dieser Stelle nicht die Mühe zu machen und zu versuchen, das Brot in Scheiben zu schneiden - es wird nicht funktionieren. Ein Hammer macht den Job genauso gut. Die größeren und kleineren Trümmer werden nun in einer Ecke des Topfs neben den Bohnen in einem Olivenöl-Bad zusammen mit dem Knoblauch und den Gewürzen ertränkt. Je nach Grad der Olivenöl-Sättigung kann man die Brotkonsistenz zwischen "noch knusprig" und "schon zäh" variieren. Fürs Auge, aber vor allem auch für den Geschmack bekommt jedes Stück Brot eine Einzelbehandlung mit dem Kräuter-der-Provence-Spender.

Das ganze wird dann in einem tiefen Teller auf der sauberen Hälfte des Tisches serviert. Als Getränk bietet sich hier ein Glas puren Quellwassers an ("Vittel-isez vous"). Nicht vergessen: Die tägliche Tablette Vitamin-C zum Ausgleich. Bon appetit!

Mittwoch, Oktober 04, 2006

Kleine Bilanz nach einem Monat (mit einem Vorwort über Geldgeschäfte in Frankreich)


Noch ein kleiner Nachtrag zum Thema Geldgeschäfte in Frankreich: Um meine Miete zu bezahlen wollte ich das Geld eigentlich überweisen und fragte den Bankangestellten wo die Überweisungsträger auslägen. Das gibt es in Frankreich aber gar nicht. Überweisen ist hier scheinbar noch sehr unüblich. Er gab mir ein Überweisungsformular (das er erst selbst für mich ausfüllen wollte), in das ich tausende Angaben eintragen musste (nicht nur Kontonummer und BLZ sondern z.B. Adresse des Empfängers, eigene Adresse, den Betrag in Worten, verschiedene zusätzliche Zahlencodes etc.). Abgeben muss ich es persönlich bei der Bank, denn eine Quittung erhalte ich nicht per Durchschlag, sondern muss sie extra anfordern. Wirklich entspannend - normalerweise werden Geldgeschäfte in Frankreich per Euro-Scheck abgewickelt - da weiß ich wiederum nicht, wie das geht.

Ich habe seit einem Monat kein freies Feld und keinen Wald mehr gesehen. Nur überall Stadt. Das ist schon irgendwie lustig. Egal in welche Richtung ich von meiner Wohnung aus in einen Bus oder in den Zug steige (ich habe es ausporbiert!) - es kommt Stadt an Stadt und Haus an Haus. Einzige Unterbrechungen sind Flüsse, Kanäle, Eisenbahnschienen oder mal ein städtischer Park.

Seit einem Monat habe ich kein Fernsehen mehr gesehen. Gut - einmal bei einem Freund in der Stadt "Le maillon faible" (das schwächste Glied), eine französische Spielshow. Ansonsten höchstens mal ein Video und natürlich Kino. Im Endeffekt fehlt das Fernsehen kaum - wenn man es mit Internet ersetzen kann. Das hab ich aber auch nicht - zumindest nicht auf dem Zimmer und immer wenn ich es will. Um meinen Blog zu schreiben muss ich seit einem Monat immer meinen Laptop auf dem Weg zur Uni einmal anschmeißen um in der (hoffentlich) geschützten Ecke eines der Hochhäuser ins Wifi zu kommen. (oder - neue Angewohnheit, wenn ich in der Stadt bin: ich gehe in die Bibliothek des Centre George Pompidou)

Seit einem Monat habe ich keine Maultaschen mehr gegessen - und auch nicht die Möglichkeit dazu. Gut - ich könnte in der Delikatessabteilung des Lafayette mal freundlich nachfragen - aber selbst da dürfte ich abschlägig beschieden werden - Maultaschen - c'est quoi?

Seit einem Monat bin ich kein Auto mehr gefahren. Hier ist ja alles gut zu Fuß und mit der Metro zu erreichen. Keine Diskussionen von wegen: Wer fährt heute, wer darf nichts trinken? Aber irgendwie gehörte das auch immer zum Ritual dazu - die kleine Landpartie mit dem Auto bis man alle Mann zusammen hatte. Aber hätte man hier ein Auto - man wüsste ja gar nicht was man damit anstellen sollte. Einparken geht auch nicht.

Seit einem Monat habe ich mich auf keiner Studentenparty mehr betrunken. Impossible! (und bitte französisch aussprechen.) Bei 10 Euro für das Glas muss schon ein verdammt hoher Prozentsatz her, um besoffen zu werden. Die Lösung: Ganz Paris säuft vor. Das ist wahrscheinlich auch der Grund warum hier die Partys der Nachtclubs erst nach Mitternacht beginnen. Wir sitzen dann zu 6 in einer 10 qm Wohnung in der Innenstadt und lassen den Vin Rouge kreisen. Auch mal vodka - den man hier übrigens nicht mit Orangensaft, sondern hauptsächlich mit Apfelsaft mischt.

Der andere Grund warum ich mich seit einem Monat auf keiner Studentenparty mehr betrunken habe ist freilich der, dass ich seit einem Monat mehr auf keiner Studentenparty mehr war. Die fangen erst gerade wieder an - meine erste ERASMUS-Party steht ja auch noch aus. Die gibts hier übrigens Saison-unabhängig jeden Donnerstag an der Madeleine.

Seit heute in der Cafeteria, kenne ich auch noch ein paar mehr ERASMUS-Studentinnen. Von daher wird sich wohl bald eine Gelegenheit ergeben, bei der man diese Partys ausprobieren kann.

Gibt also noch eine Menge zu tun - die nächsten Monate.

Samstag, September 30, 2006

Begegnung dritter Art

Mein Samstag fuehlt sich ziemlich langweilig an. Meine Hals-Probleme moechten einfach nicht weggehen und so hab ich heute noch kaum etwas gegessen. Arzt hat auch keiner offen, also heisst es Buecher lesen und vielleicht am Abend ausgehen - nur um irgendwie die Zeit bis Montag - bis der Arzt weiterhilft, totzuschlagen.

Etwas belustigt war ich aber doch, also ich vorhin beim Lidl einkaufen war und von der Kassierin angesprochen wurde "les nouveaux erasmus?" Etwas verdutzt fragte ich ob sich das wohl schon im ganzen Viertel herumgesprochen haette. Es stellte sich jedoch heraus, dass sie selbst mit Erasmus hier ist. Sie wusste sogar meine Zimmernummer und erklaerte, dass sie auf dem gleichen Gang wie ich wohnt.

Noch einmal verwundert war ich, als mich im Foyer ein anderes Maedchen ansprach, ob ich der Zimmernachbar von demjenigen sei, der bekanntermassen bald ausziehen wollte. Ich bejate, erhielt jedoch keine Antwort auf die Frage a) woher sie das wusste und b) wieso sie das wissen wollte. Ein bisschen sonderbar ist es ja schon. Man lebt hier offenbar nicht ganz so anonym wie vermutet...

Heute kein Foto und keine Umlaute - ich schreibe vom Wohnheim-Internetterminal aus.

Freitag, September 29, 2006

Avoir mal à la gorge


Seit drei Tagen habe ich heftige Schluckbeschwerden - ein Schnupfen kündigt sich an. Weil ich aber nur das französische Wort für Halsschmerzen kenne (siehe Überschrift) habe ich mir eben in der Pharmacie Medikamente gegen Halsschmerzen geholt und hoffe, dass die auch wirken.

Naja - obwohl es deutsche Medikamente sind (Merck) - bisher sind sie mir den Beweis noch schuldig geblieben.

Am Mittwoch Abend gab es ein Festmahl! Ich war eingeladen bei den Eltern meines Correspondant auf der anderen Seite der Stadt und habe endlich mal wieder etwas richtig gutes gegessen - das sich an so ein Essen anschließende Glücksgefühl ist ziemlich beeindruckend. Man entbehrt doch einiges, so ganz ohne Backofen und Koch.

Heute habe ich Economie Geographique gehört, bei einer netten, schnellsprechenden Französin. Auch hier gibt es in der Wirtschaftsgeo den guten alten Herrn Von Thünen - nur sagt man hier Won Tünön. Als sie dann am Ende der Stunde erfuhr, dass sie einen ERASMUS und einen japanischen Austauschstudenten im Saal hatte, war sie hoch erfreut und versprach ein Résumé anzufertigen, damit wir nicht so viel mitschreiben müssen. Mitschreiben ist immernoch ein gewisses Problem für mich. (Heute: eine halbe Seite im Vergleich zu vier Seiten Mitschrift bei den Franzosen).

Foto: Chinatown in Paris ist lange nicht so beeindruckend wie in London oder in San Francisco. Aber China-Food à emporter hat in dieser Stadt fast denselben Rang wie Dönerläden in Deutschland.

Samstag, September 23, 2006

Billig leben in Paris (2) - oder: mal wieder Wochenende


Wie bereits berichtet, belaufen sich Eintrittsgelder für Pariser Clubs in den luftigen Höhen von 15 bis 20 Euro. Da ist man gut beraten ein paar Tricks zu kennen.

Diesen Freitag hatte ich mich kurzentschlossen mit einer Gruppe Deutscher, von denen ich einen bereits kannte, im Le Carré getroffen und wir erzaehlten eine Weile über die kleinen Start-Schwierigkeiten in der ungewohnten Umgebung. Derjenige den ich bereits kannte war der Modeschüler, von dem ich berichtet habe - als Einziger in unserer Gruppe übrigens halb-Franzose und der Sprache absolut mächtig. Ein weiterer war ERASMUS-Student wie ich, jedoch an einer anderen Pariser Uni und der letzte im Bunde schließlich war bereits ein Jahr in der Stadt und machte dies und das - so genau kann ich mich nicht erinnern.

Der Abend wurde später und es stellte sich die Frage wie die Nacht weiter gehen sollte. Hier der Trick: In einigen Pariser cafés und Bars werden am Abend Einladungen für verschiedene Clubs verteilt. So eine Einladung sieht aus wie eine einfache Werbepostkarte - ist aber durchaus bis zu 20 Euro wert. Alles was man nun tun muss ist, damit in einer einigermaßen annehmbaren Verfassung zum Empfang des Clubs gehen und dann den Rest des Abends kostenlos feiern.

Da wir mehr Einladungen gesammelt hatten als wir Leute waren lachten wir uns noch zwei Einheimische an. Die eine Französin verließ uns aber bald wieder - gut gelaunt auf der Motorhaube eines Pariser Taxis reitend.
Mit dem Anderen unterhielten wir uns auf französisch. Während zwei von uns sich richtig anstrengten ein eingermaßen ordentliches Französisch zu sprechen, war unser Halbfranzose schon sehr angeheitert und lallte ein bisschen. "Da! - Du hast überhaupt keinen Accent!" - ja das freut...

Da in den Einladungen keine Getränkegutscheine enthalten sind ließen wir an einem Kiosk auf dem Weg halten und organisierten noch ein paar Flaschen. Aber Vorsicht - hier kommt Tip Nummer 2: Alkohol aus dem Kiosk ist in Frankreich zwar wunderbar billig - aber nach elf Uhr ist öffentliches Trinken auf der Straße polizeilich verboten und wird tatsächlich streng geahndet.

Ganz nebenbei übrigens hier noch Tip Nummer 3 für heute: Alle die ein rauschendes Silvester in Paris feiern wollen seien ebenso gewarnt. Feuerwerk ist hier streng verboten. Das letzte große Feuerwerk zu Silvester gab es in der Stadt zum Jahrtausendwechsel - seither bleibt der Himmel über der Stadt um Mitternacht absolut Dunkel. Wer ahnungslos Knallermaterial aus Deutschland mitbringt und anzündet verbringt den Rest der Nacht mit ziemlicher Sicherheit auf dem Polizerevier.

Foto: Abendstimmung mit Eiffelturm - von meiner Wohnung aus gesehen. Nein - Scherz. Vom Louvre aus gesehen.

Mittwoch, September 20, 2006

Essen im Exil (1)


In Frankreich gibt es keine Maultaschen. Und ohne Mikrowelle oder Ofen lassen sich auch sonst nur wenig Fertiggerichte zufriedenstellend zubereiten. Da ist Improvisation gefragt.
Die Zielbedingungen lauten: 1. Das Essen soll satt machen. 2. Es soll unter den gegebenen etwas unzureichenden Bedingungen herstellbar sein und 3. es soll in keiner Weise schmecken wie Nudeln oder Tomatensoße oder eine Kombination aus beidem.

Eine Herausforderung, die in diesem Blog eine neue Serie begründet: Essen im Exil.

Heute gibt es Haché Chèvre - wie alle Rezepte dieser Serie eine Stand-up Improvisation.

Zunächst schmeiße man die Elektrokochplatte an (der Einbauherd ist einfach zu langsam) und gebe zu einem ordentlichen Schuss Olivenöl das gute kleingehackte Suppengemüse. Da sind Zwiebeln, Karotten und verschiedenes Lauchartiges dabei. Das ganze köchelt eine Weile vor sich hin. Die zwei Steak Haché werden geöffnet, also aus ihrer Styropor-Verpackung befreit. Wenn die Karotten etwas weich geworden sind wird das Steak Haché in kleinen Stücken in den Topf gegeben (ach ja: Heute auch noch Bedingung: alles in einem Topf!).
Beim Würzen ist zu beachten, dass es ziemlich viel Salz bedarf um aus Steak Haché ein Stück Fleischteig mit Geschmack zu machen. Häufiges Nachwürzen könnte also nötig werden. Außerdem weiß jeder Student: Mit Kräutern der Provence wird aus jedem Mist noch mindestens Mist à la Provence - also rein damit.

All das riecht schon ganz gut - bleibt die Frage ob es auch Bedingung Nummer 3 erfüllt: Sättigung. Kurzer Hand wird aus Haché-Legumes Haché-Chèvres.
Im Kühlschrank lag doch noch der Schafskäse, den vor zwei Wochen ein gewisser Besuch aus der Heimat voll Begeisterung gekauft, dann aber in eben diesem Kühlschrank liegen hat lassen. Ein gutes Viertel wird ebenfalls noch in den Topf gegeben und verleiht dem dann bald vollendeten Gericht seine französische Note.

Das ganze wird angerichtet (auf einem flachen Teller - auch wenn das mit dem vielen Öl knapp wird) mit etwas Baguette vom Morgen. Als Getränk empfiehlt sich - schon aus Mitleid mit dem eigenen Verdauungstrakt - ein Glas Multivitamin-Saft. Bon appetit!

Foto: Aus meiner Lieblingsstrasse - Rue Faubourg-St Denis

Montag, September 18, 2006

Der Nebel lichtet sich langsam


Heute war das große Meeting mit Boris Najman - der italienisch, russisch, portugiesisch und englisch spricht - aber leider kein Deutsch. Naja damit war zwar allen außer mir und dem Tschechen geholfen aber es ging auch auf Französisch.
Der Nebel lichtet sich schwerfällig, ganz langsam nimmt das nächste Jahr Konturen an. Noch immer weiß ich nicht viel über meinen Stundenplan, ich habe aber langsam eine Idee wie ich dahinter kommen könnte.
Ich weiß, dass gerade mal wieder alles an der Carte d'Etudiant scheitert: Meine Anmeldung zum Sprachkurs, mein Internetanschluss zuhause, meine Bibliothekskarte und der Zugang zum Uni-Netzwerk. Aber die bürokratischen Mühlen mahlen langsam und die Carte d'Etudiant lässt noch etwa eine Woche auf sich warten.
Ich weiß außerdem, dass am Jeudi die emploi du temps abgenommen werden - das heißt bis dahin muss ich einen sinnvollen Vorschlag dessen unterbreiten, was ich mir unter einem lehrreichen Jahr in Paris vorstelle. Nichts ist für die Ewigkeit, sagt Boris Najman, man kann alles nachher noch tausendmal umstellen. Wir sollen darauf achten, dass unsere Institute in der Heimat die Kurse vielleicht auch anerkennen. Damit wären wir aber wieder bei Problem eins - denn ohne genaue Lehrpläne keine Anerkennung - ohne Internet (siehe Carte d'Etudiant) keine Lehrpläne.
Ich weiß als drittes welche Kurse der sympathische Monsieur Najman anbietet und dass wir in die auch reinkommen, wenn wir nur sagen, dass wir von ERASMUS sind. Das ist immerhin ein versprechen, das auch ohne Carte'Etudiant auskommt. Somit stehen meine Fächer "Francais économique" und Entwicklungspolitik schon mal fast fest.
Anschließend bin ich nochmal im UFR Urbanisme (sowas ähnliches wie Stadtgeographie) reingeschneit und hab dort ein bisschen mit einer der Sekretärinnen (oder Dozentinnen?) geschnackt. Hier ist alles noch ruhig, die Etudes beginnen erst im Oktober, na klar - ich darf auch hier Kurse besuchen.

In Frankreich ist die Bürokratie immer etwas flexibel ausgelegt, heute war ja das große Treffen für ERASMUS-Jünger aber leider auch schon der Erste Arbeitstag für BWL-Studenten. Mit einem verlegenen Lächeln werden die dann gebeten nach der Veranstaltung bitte gleich ihre Räume aufzusuchen - für Stundenplan vorerst keine Zeit.
Die meisten Studenten kommen mit diesen kleinen Problemen gut zurecht - vor allem diejenigen aus Süd- und Westeuropa. Deutsche akzeptieren die Situation vielleicht mit einem Kopfschütteln - Osteuropäer könnten sich darüber aufregen!
Der Tscheche flippt aus als die Sprache auf Monsieur Pons zu sprechen kommt. Der ist für die Unterbringung zuständig und macht nach Ansicht des Tschechen gar nichts. In Tschechien liefe das alles viel besser! Wenn man da eine Reservierung macht dann gilt die auch! Dass die Verhältnisse in Tschechien vielleicht ein bisschen beschaulicher sind, als in Paris, versucht Boris Najman dem aufgebrachten Neu-Europäer vergeblich klar zu machen.

Foto: Eine Tafel mit Reisezeiten durch die neue TGV-Route nach Deutschland. Wer genau hinsieht merkt, dass Saarbrücken (Sarrebruck) in Zukunft näher an Paris denn an Frankfurt liegt.